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Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 8. Aufl. (1913): flagellum

flagellum, ī, n. (Demin. v. flagrum), die Geißel, Peitsche, I) eig.: a) als Werkzeug, womit Sklaven u. Verbrecher gezüchtigt wurden, eine Knute aus Knotenstricken, oft mit Stacheln versehen (also ein weit schrecklicheres Strafwerkzeug als die scutica [s. d.]; vgl. Hor. sat. 1, 3, 119), Cic. u.a.: alqm flagellis caedere, Sen. rhet. u.a., flagellis caedere ad mortem, Hor.: alqm flagellis verberare, Suet.: scissum corpus flagellis, Sen. rhet. – bildl., die Geißel, hic Aemiliani huius fax et fl., Apul. apol. 74: u. so als Attribut des bösen Gewissens, Lucr. 3, 1017. Iuven. 13, 195. – b) als Werkzeug zum Antreiben des Viehs, Cato fr., Col. u.a.: mulionicum, des Maultiertreibers, Edict. Diocl.: flagello excitare iumentum aut voce, Veget. mul. – c) als Werkzeug zum Antreiben des Kreisels, buxum (Kreisel) torquere flagello, Pers. 3, 51. – II) übtr.: A) ein Riemen am Wurfspieße, um ihn zu handhaben, Verg. Aen. 7, 731. – B) die oberste Ranke des Weinstocks, Scriptt. r. r. u.a.: summa flagella, die obersten Spitzen der jungen Reiser, Verg. Vgl. Voß Verg. georg. 2, 299. p. 379. – C) flagella = die Arme der Meerpolypen, Ov. met. 4, 367. – D) crinium flagella, Haarbüschel, Sidon. epist. 1, 2, 2. – E) der Dreschflegel, Hieron. Isai. 9, 28.