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Georges, Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch, 8. Aufl. (1913): praefatio

praefātio, ōnis, f. (praefor), die Bevorwortung, konkret die Vorrede, I) als t. t. der relig. u. publiz. Sprache, die vor einer relig. od. politischen Handlung gesprochenen Eingangsworte, die Vorformel, m. subj. Genet., fetialium, Suet. – m. obj. Genet., sacrorum, Liv.: donationis, Cic.: triumphi, Plin.: ultionis, Val. Max. – II) als jurist. t. t., die eine spätere Verhandlung, einen späteren Vertrag einleitende Verhandlung, die Vorverhandlung, der Vorvertrag, z B. eine vorläufige Verlobung, Paul. dig. 45, 1, 134. § 1. – III) die einzelnen Ausdrücken oder einem ganzen Vortrage vorausgeschickten Einführungsworte, Eingangsworte, a) im allg.: vocabula rustica aut externa, immo barbara etiam cum honoris praefatione ponenda, indem man »mit Erlaubnis, mit Respekt zu melden« vorausschickt, Plin.: sine praefatione clementiae, ohne vorher seine Milde zu rühmen, Suet.: C. Cassius, numquam sine praefatione publici parricidii nominandus, den man nie, ohne den Beinamen Vaterlandsverräter vorauszuschicken, nennen kann, Val. Max.: iucundissime Imperator (sit enim haec tui praefatio verissima, vorstehender Titel), Plin. – b) die einem Vortrage vorausgeschickten Einführungsworte, die Vorrede, das Vorwort (niemals = προοίµιον, prooemium, d.i. lat. principium od. exordium, d.i. der Eingang des eigentl. Vortrags), α) eines gerichtl. Vortrags, um die Zuhörer vorläufig mit der Sachlage des Prozesses bekannt zu machen, sein Auftreten mit seiner Pflicht zu entschuldigen usw., Quint. 7, 1, 11; 11. 1, 67 u.a. Gaius dig. 1, 2, 1. – β) bei Vorträgen, um den anwesenden Zuhörern für ihr Erscheinen zu danken, um Nachsicht zu bitten (captatio benevolentiae) u. dgl., s. Plin. ep. 1, 13, 2; 2, 3, 1 u.a. Mart. 3, 18, 1. – c) die der Erklärung eines Schriftstellers vorausgeschickten Einführungsworte, die Einleitung, Quint. 8, 3, 31.